Lesben, Schwule, Queer, Trans

Ideologische Hintergründe
und die Beziehung zu LGBT

Hier werden zunächst Begriffklärungen zu „Transsexuellen“, „Transgender“ sowie „TransaktivistInnen“ gegeben, bevor die aktuelle Situation von Homosexuellen im Kontext der Transgender-Ideologie betrachtet wird. Dann folgen die ideologischen Hintergründe („Queer Theory“), auf denen die Konzepte von Transgender bzw. Genderidentitäten basieren.


Zu Transsexuellen und Transgender

Es ist wichtig zu differenzieren, denn viele Menschen, die bereits durch das Transsexuellengesetz (TSG) geschützt sind, werden ebenfalls aus den Communities gedrängt; sie werden als „Truscum“ bezeichnet. Einige haben bereits gemeinsam die Trans Educational Voices gegründet, um über Risiken und ihre eigenen Erfahrungen und Einschätzungen zu sprechen: trevoices.org.

Transsexuelle, Transgender und TransrechtaktivistInnen sind nicht dieselbe Gruppe, auch wenn es Überschneidungen gibt.
Transsexuelle sind Menschen, die lieber die Geschlechtsmerkmale desjenigen Geschlechts hätten, das sie nicht selber haben. Menschen dieser Personengruppe leiden häufig unter einer Körperwahrnehmungsstörung, empfinden ihre angeborenen Geschlechtsmerkmale als negativ und belastend („Geschlechtsdysphorie“) und unterziehen sich häufig Operationen, um die äußeren Genitalien dem inneren „Gender“-Empfinden anzugleichen. Diese Menschen empfinden nachweisbar Stress und negative Gefühle bezüglich ihres biologischen Geschlechts, sodass eine Operation in einem letzten Schritt als Therapie und Lösung für diese Probleme zur Verfügung steht. Sie sind derzeit durch das (durchaus reformierungswürdige) Transsexuellengesetz geschützt.
Transgender sind Menschen, die die biologischen Geschlechterkategorien Mann-Frau nicht akzeptieren und stattdessen das soziale Geschlecht („gender“) für maßgeblich halten. Der Unterschied ist, dass hierfür keine Operationen und keine Gefühle von „Geschlechtsdysphorie“ (wie bei Transsexuellen) notwendig sind. Ein Mann, der eher „weibliche“ sexistische Attribute für sich vorzieht, im Optischen etwa lange Haare, Makeup, Kleider etc. und im Behavioristischen etwa Sensibilität, könnte sich also als Transgender bezeichnen — dafür reichen alleine die subjektiven Präferenzen, keine Operationen, hormonelle oder Psycho-Therapie. Spielarten davon sind auch, zwischen den Geschlechterstereotypen zu wechseln und sich nicht festzulegen („genderfluid“ oder „non binary“ bzw. „nicht binär“). Nach der Gesetzesvorlage könnte auch ein solcher Mann rechtlich als „Frau“ gelten. Dabei werden auch cross-dresser, also Männer, die einfach gerne Frauenkleidung tragen, aber auch Transvestiten und Drag Queens/Drag Kings sowie sich nicht geschlechtskonform verhaltende Personen unter dem „Trans Umbrella“ aufgenommen und gelten demnach ebenfalls als trans(gender), sind aber nicht transsexuell.
TransrechtsaktivistInnen hingegen sind politische AktivistInnen, die sich als Sprachrohr für transidente oder „queere“ Menschen verstehen, oft selber aber nicht dazugehören.
Intersexuelle sind Personen, deren primäre Geschlechtsorgane bei der Geburt nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet werden konnten. Dies betrifft in Deutschland zwischen 0,007-0,2% der Neugeborenen. Diese reale, medizinische Kondition wird allerdings oft von AktivistInnen dafür benutzt, um die Idee von einer „Genderidentität“ zu validieren und auch rechtlich zu fixieren, auch wenn beides nichts miteinander zu tun hat. Für Intersexuelle wurde die Option „divers“ als Personenstandseintrag eingeführt.

Nachdem nun also zahlreiche Feministinnen, Lesben, Schwule, Transsexuelle, Intersexuelle, Detransitioner und auch viele WissenschaftlerInnen eindringlich Bedenken bezüglich des aktuellen Diskurses und der Praktiken geübt haben, dafür angefeindet und ausgegrenzt wurden, bleiben nur noch wenige Gruppen übrig, die von dem Gesetzesvorschlag profitieren würden.

Diese Graphik visualisiert die Gruppenverhältnisse in England, worin sich einige Parallelen zu Deutschland finden:

Aufteilung LGBT
Quelle: The State Media, Gender Ideology Part 2, 5:49
https://youtu.be/pdCnJYUYm5U?t=18

Hinzu kommen freilich noch monetäre Interessen, da die PatientInnen oft ihr Leben lang Medikamente nehmen müssen.
Außerdem betrifft viele Männer, die sich als „Trans“ bezeichnen, das Phänomen der Autogynophilie, was die männliche sexuelle Erregung durch die Vorstellung, einen weiblichen Körper zu haben, umfasst. Bis zu 80% der Männer, die sich als „Frauen“ oder „Trans“ bezeichnen, können als autogynophil beschrieben werden. Dabei werden gemeinhin vier Gruppen unterschieden:

Quelle: The State Media, Gender Ideology Part 4, 2:04
https://youtu.be/WsW808MGSK0

Wir finden also verschiedene Beweggründe und Personengruppen vor, die je verschiedene Interessen, Bedürfnisse und ggf. Schutzbedarfe haben. Diese sollten nicht miteinander vermengt, sondern differenziert voneinander betrachtet und beurteilt werden.

Erläuterung Autogynophilie (Video; englisch): https://www.youtube.com/watch?v=WsW808MGSK0

Interview mit einem Sexualwissenschaftler über Autogynophilie (Text; englisch): https://archive.is/7CjkZ
Übrigens wird häufig mit dem wissenschaftlich haltlosen Konzept eines ,männlichen‘ oder ,weiblichen‘ Gehirns argumentiert, das allerdings eindeutig widerlegt wurde.


Zur aktuellen Situation von Homo- und Bisexuellen

Die Grundpfeiler der LGB(T)-Community, Lesben und Schwule, werden von vielen AktivistInnen nicht respektiert, indem sie dazu gedrängt werden, auch Personen des anderen Geschlechts, die sich aber als schwule „Männer“ (obwohl sie heterosexuelle Frauen sind) oder als lesbische „Frauen“ (obwohl sie heterosexuelle Männer sind) verstehen, als PartnerInnen zu akzeptieren. Die Argumentation ist dabei, dass es ,transphob‘ sei, etwa als lesbische Frau keinen Mann, der sich aber für eine Frau hält, daten zu wollen — da ja nur das gefühlte „Gender“ und nicht das Geschlecht zähle. Die Geschlechtlichkeit der Genitalien wird umgedeutet („girl dick“ und „boy pussy“). So agieren und argumentieren natürlich nicht alle, aber doch eine große und laute Zahl an AktivistInnen.

Unter den folgenden englischsprachigen Links wurden hunderte von homophoben Beleidigungen und Drohungen von TransrechtsaktivistInnen gegen Schwule und Lesben gesammelt.
(Achtung: Gewaltdrohungen und beleidigende Sprache)
(„Cotton Ceiling“ bezeichnet dabei die „Grenze aus Baumwolle“, also die Unterwäsche von Frauen, die durchbrochen werden soll, indem sich als Lesben bezeichnende Männer tatsächliche Lesben zum Geschlechtsverkehr drängen. „Boxer Ceiling“ bezeichnet das Äquivalent gegen Schwule, die „Boxershortsgrenze“. Als „Cis“ bezeichnen TransrechtsaktivistInnen Menschen, die nicht trans sind.)

  • Homophobe Belästigung von Lesben Link
  • Homophobe Belästigung von Schwulen Link

Untersuchung zur Situation von Lesben innerhalb von LGBT-Gruppen in UK (Text, englisch): Angela Wild: Lesbians at Ground Zero, 2019.
Zu den Hintergründen des „Cotton Ceiling“ und zunehmender Lesbenfeindlichkeit: englischer Text von Miranda Yardley.
Darum gründen sich bereits LGB-Organisationen, in denen die Interessen von Bi- und Homosexuellen vertreten werden, wie die LGB Alliance in England.

In Amerika nahm einer Studie von 2019 zufolge die Akzeptanz für Personen aus der ‚LGBTQ‘-Community unter den Jüngeren erstmals wieder ab.


Zur Queer Theory

Die Vorstellung, dass ein Konzept wie „Transgender“ tatsächlich real sein könnte, fußt auf der Queer Theory, einer postmodernen Kulturtheorie aus den USA. Grob gesagt befasst sie sich mit der Beziehung zwischen dem biologischen Geschlecht, dem sozialen Geschlecht und dem sexuellen Begehren, meist verbunden mit Fragen nach Macht, Privilegien, Wissen und Institutionen. Mittels Dekonstruktion sollen sämtliche Grenzen zwischen Menschen eingerissen werden, etwa zwischen Geschlechtern, Hautfarben, sozialen Klassen, Behinderungen, oder Generationen.

Wenn der Theorie auch einige positive Aspekte, gerade bezüglich des Machtdiskurses, zugeschrieben werden können — etwa die Egalisierung von Behinderten-Nichtbehinderten, der Versuch der Auflösung einer Differenz zwischen sozialen Klassen oder Hautfarben –, so sollte sie doch nicht überall unreflektiert angewendet werden, etwa, wenn geleugnet wird, dass das biologische Geschlecht existiert und/oder gesellschaftlich relevant ist oder, wenn es um Differenzen zwischen Kindern und Erwachsenen geht.
Die Konzepte der Queer Theory soll aber auch Kindern vermittelt werden — etwa in Kindergärten, in Schulen oder im Zuge von Vorlesestunden in Kinderbibliotheken oder Grundschulen, die von Drag Queens abgehalten werden. Der Queer Theory zufolge ist kindliche Unschuld, die Kindern gemeinhin so lange wie möglich erhalten bleiben soll, ein Teil der systemischen Gewalt, weil sie Heteronormativität befördere. Diese wiederum unterstütze ,Cis‘-Normativität und führe dadurch zu Dysphorie oder der Unterdrückung von potenziell homosexuellen oder transidenten Kindern.

Kurz heißt das: Es könnte ein Kind in der Klasse sein, das sich nicht den heteronormativen Erwartungen entsprechend verhält oder fühlt. Damit dieses Kind sich nicht ausgeschlossen fühlt, wird die Durchbrechung der Normativität angestrebt. Statt aber zu vermitteln, dass es okay und gut ist, wenn Jungs mit Puppen oder wenn Mädchen gerne im Matsch spielen, wird diesen Kindern eine abweichende „Genderidentität“ unterbreitet, dass also das Mädchen ,eigentlich‘ ein Junge sei und ein solcher Junge ,eigentlich‘ ein Mädchen. Das halten wir für hochgradig regressiv und denken, dass das die individuelle Charakterentwicklung verhindert — zumal es sexistische Stereotype zementiert, statt sie zu lockern.

Die Durchbrechung dieser Normativität geschieht dann mitunter mittels zur Schau gestellter Sexualität von Erwachsenen, womit Kinder konfrontiert werden — damit sie vom jungen Alter an lernen, dass alles ,normal‘ und ,gut‘ ist. Mittlerweile performen bereits Kinder als „Drag Queens“ (auch „Drag Kids“ genannt), der Bekannteste ist wohl der 11-jährige Junge mit dem Künstlernamen „Desmond is Amazing“.
Stattdessen sollten Kinder, so unsere Meinung, so unbeschwert wie möglich aufwachsen und sich frei von Erwachsenen in ihrer Sexualität entwickeln können. Aufklärungsunterricht für Jugendliche ist notwendig und wichtig, aber das Sexualleben von Erwachsenen sollte bei der Entwicklung von Kindern keine Rolle spielen — besonders nicht in öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Bibliotheken.

Auf dieser ideologischen Grundlage wurden und werden auch andere Sexualstraftaten relativiert und gerechtfertigt, weil sich demnach die Sachverhalte aus der Sprache und den Machtverhältnissen ergäben, die nur dekonstruiert werden müssten. Vorreiter war dabei der noch immer sehr einflussreiche Poststrukturalist Michel Foucault (besonders in „Sexualität und Wahrheit“). Näheres zum Zusammenhang der Queer Theory mit der Relativierung von Vergewaltigung und Kindesmissbrauch findet sich in: J. C. Jones: ‘Queer Theory, Foucauldian Feminism and the Erasure of Rape Historical Notes for a Present War’ (englischer wiss. Text; pdf). Analyse zu Judith Butlers Umwertung von Inzest von Jane Kilby: ‘Judith Butler, Inzest und die Frage nach der Liebe des Kindes’. In: Das Argument 288 (4-5/2010), (deutscher wiss. Text; Link). Durch die Konzepte der Queer Theory würde letztlich auch Homosexualität aufgelöst, weil das Begehren demnach keine Frage der geschlechtlichen Körper (Frau-Frau und Mann-Mann), sondern der Genderperformance (Gender-Gender) wäre. Da sexuelle Orientierung allerdings nicht von Kleidung und Darstellung abhängt, schadet der Einbezug der Queer Theory denen, die eigentlich gesetzlich geschützt sind.

In Deutschland kann der 2017 pensionierte Pädagogik-Professor Uwe Sielert als einer der Vorreiter der queeren Sexualpädagogik betrachtet werden. Sein Ziel war es, drei Bereiche zu „entnaturalisieren“, nämlich die Heterosexualität, die Kernfamilie und die Generativität, womit die Altersgrenzen zwischen Generationen gemeint sind (Artikel über Sexualkundeunterricht in Deutschland). Dafür müssen aber Kinder, so die Taktik, früh damit konfrontiert werden, wovor auch bereits deutsche PädagogInnen warnten (vgl. zudem Ahrbeck, B., Felder, M.: ,Gender Identity‘, das Elternrecht und die pädagogische Kapitulation. In: Pädagogische Korrespondenz 61/2020, S. 88-103).

Diese Aspekte sollten bei einer Debatte bedacht werden.